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Germán Toro Pérez
Partita, für 13 Instrumente
UES104728-000
Ausgabeart: Dirigierpartitur
Format: 297 x 420 mm
Seiten: 64
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Hörbeispiel
Beschreibung
«Partita» entstand mit Unterbrechungen zwischen etwa November 2021 und August 2022. Der Weg zur formalen Konzeption verlief auch nicht geradlinig. Die Lust, mit sehr einfachen Elementen – ein aufsteigendes Arpeggio und eine Dreitonzelle– zu beginnen, d.h. formal, fast motivisch zu denken und vorerst nicht etwa aus dem Klang oder der Geste, oder aus extramusikalischen Gedanken oder Ereignissen – und an solchen hat es all diese Monate nicht gefehlt – heraus zu arbeiten ließ mich bald Verwandtschaften zu älteren Formen – wie im Titel angesprochen – bemerken und in Resonanz mit ihnen weiterarbeiten. So besteht «Partita» aus sieben unterschiedlichen Teilen, die durchaus als in sich ruhende Sätze mit eigenem Tempo, Charakter und Duktus intendiert sind, und dennoch von verwandten Elementen zusammengehalten und ohne Unterbrechung gespielt werden. So sind nach und nach Verwandtschaften (II-VII, I-IV-Vb, I-VI) und Subgruppen (V, VI, VIII) entstanden. In diesem Variationsspiel sind Klangeigenschaften und instrumentale Gesten –jedoch nicht außermusikalische Gedanken– mit unterschiedlichem Grad an struktureller Freiheit hinzugekommen. Also reine Kunst? So etwas wie absolute Musik?
Spannend an mehrteiligen barocken Formen wie Suiten und Partiten ist der diverse Ursprung der Sätze. Manche gehen auf Satztypen bzw. auf tradierte Metren zurück, andere sind unmittelbarer Ausdruck, Arie, Gesang; andere wiederum sind hermetische oder spekulative Forschung. Strukturell sind manche frei – wie Fantasien –, andere äußerst streng konstruiert. Im Ausdruck sind sie entsprechend vielfältig und heterogen, die Geschwindigkeit wechselt, Leichtigkeit und Schwere folgen aufeinander und sie zeugen dadurch insgesamt von einer ureigenen musikalischen Verspieltheit, die Lust am Spiel mit Formen und Klängen, die, wie mir scheint, uns zunehmend fremd wird und mich persönlich immer wieder nicht nur staunen lässt sondern auch körperlich fesselt. Diese verzwickte Heterogenität, voll von Gemeinsamkeiten und Wiedersprüchen, empfinde ich als sehr verwandt mit unserer zeitgenössischen Lebenserfahrung, hätten wir nicht die Unschuld unwiederbringlich verloren, die diese junge Barockkunst so großzügig, ja verschwenderisch versprüht.
Mitten im Prozess, genau an dem Punkt an dem sich die Form des Stückes festigte, habe ich folgenden Text geschrieben:
«Was Musik ist, was Kunst, fragt man dieser Tage. Ausdruck, Erkenntnis, Anklage, Weltschmerz, Welterfahrung, Zeitvertreib? Wozu auch? Fluch, Besinnung, Trauer, Trost oder Widerstand, gar Trotz, oder etwa Spiel, vermessen oder bedacht? Vielleicht ist sie einfach nur Musik, ernst, leicht schwer, verschmitzt, verträumt, ein wenig verloren, auf verlorenem Posten, wirkungsmächtig und doch ohnmächtig, stark und zugleich fragil, vielversprechend aber sprachlos, und doch fast absolut und grenzenlos? Und warum nicht Flucht nach vorne, zu anderen Ufern, ausufernd, ergreifend, erhoffend? Wie auch immer: nur nicht aufgeben, nicht nachgeben; vergeben schon, aber nicht die Chance.»
Hier sind zwei Gedanken enthalten: einerseits ein Plädoyer für die ureigene Begabung der Kunst, uns die Welt in ihrer unermesslichen Vielfalt zu zeigen und erfahren zu lassen, ganz im Sinne reiner Kunst, absoluter Kunst; andererseits die Erkenntnis, dass, obwohl wir ohne sie nicht leben können ohne uns aufzugeben, sie uns trotzdem nicht retten wird. Wir stecken in einem gewaltigen Dilemma: wir wollen leben, aber wir wissen nicht mehr, wie das geht. Eigentlich geht es so nicht mehr weiter und wir wissen es. Wir müssen leben umlernen. Das kann Kunst: zeigen, dass es auch anders geht. Was sie nicht kann ist zu zeigen, wie.
Mehr Informationen
Ausgabeart: Dirigierpartitur
Format: 297 x 420 mm
Seiten: 64