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Wolfgang Rihm
Rihm: Séraphin-Sphäre, für Ensemble
UE33411
Ausgabeart: Studienpartitur (Sonderanfertigung)
Format: 232 x 305 mm
Seiten: 84
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Beschreibung
Séraphin-Sphäre hat eine komplexe Geneaologie. Der Urahn ist Étude pour Séraphin (1991/1992) für Bläser und Schlagzeug. Unter den Sprossen befinden sich die beiden Fassungen des Musiktheaters Séraphin, sowie Responsorium für Frauenstimme und Ensemble, die beiden Zustände von Form / 2 Formen, zusätzlich zu einer ganzen Reihe von Kompositionen, deren Titel in irgendeiner Form das Wort Séraphin beinhaltet. So auch Séraphin-Sphäre.
Die Inspirationsquelle dieser großen, weit verzweigten Familie ist der französische Schriftsteller, Regisseur und Schauspieler Antonin Artaud (1896 - 1948). Seit den späten zwanziger Jahren arbeitete er auch als Theoretiker an einer Theaterkonzeption, die in dem Manifest Le Théâtre et la Cruauté (Das Theater der Grausamkeit) erstmals programmatischen Ausdruck fand.
1936 bereiste Artaud Mexiko, wo neben der Artikelfolge Die Tarahumaras auch Das Théâtre de Séraphin entstand.
Artauds Gedanken übten einen starken Einfluss auf unter anderem Wolfgang Rihm aus, der sich in verschiedenen Werken kristallisiert hat – eben in den Séraphin-Stücken, in der Oper Die Eroberung von Mexico sowie im „poème dansé“ Tutuguri, das auch mehrere Derivate aufweist, mit Orchesterstücken und Tutuguri VI (Kreuze) für sechs Schlagzeugspieler.
Alles in Allem beschäftigte sich Rihm mit der Welt Antonin Artauds mit Unterbrechungen von 1981 bis 2008, dem Jahr, als er die Partitur von Concerto „Séraphin“ für 16 Spieler vollendete.
Der Komponist hat seinen Schaffensprozess folgendermaßen charakterisiert:
„Das Séraphin-Schattentheater setzt eine Werkreihe in Bewegung (Eigenzeugung, plasmatische Generation…), die das Vorige als Abschein bewahrt, das Gegenwärtige als Eindruck und Spur setzt sowie das Kommende als Projektion ahnbar werden lässt. Ich spreche hier nur über die musikalische Erscheinungsform dieser sich fortzeugenden Musiken. Sie ermöglichen jede Form szenischen Nähertretens und Entfernens; Anwesenheit/Abwesenheit des Bildes, der Bewegung, des gestalteten sichtbaren Raumes. Diese Bereiche sind aufgerufen (Musik ist auch darin Beschwörung), sich auszuprägen. Immer neu und anders. Oder gleich. Oder nicht. Der Klang ist auf der Flucht. Dabei konkretisiert sich vielleicht Artauds Text. Oder ein Schweigen: indem es LAUT wird.“ (Oktober 1996)
Mehr Informationen
Ausgabeart: Studienpartitur (Sonderanfertigung)
Format: 232 x 305 mm
Seiten: 84