

Alban Berg
3 Stücke (Nr. 1, 5, 6)
Dauer: 15'
Instrumentierungsdetails:
Violine I
Violine II
Viola
Violoncello
Kontrabass
Berg - 3 Stücke (Nr. 1, 5, 6) für Streichorchester
Gedruckt/Digital
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Alban Berg
Berg: 3 StückeInstrumentierung: für Streichorchester
Ausgabeart: Dirigierpartitur

Alban Berg
Berg: 3 StückeInstrumentierung: für Streichorchester
Ausgabeart: Studienpartitur (Sonderanfertigung)
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Hörbeispiel
Werkeinführung
Alban Berg selbst bearbeitete Drei Stücke (II, III und IV) aus der Lyrischen Suite für Streichquartett (1925 – 1926) im Jahre 1927 für Streichorchester. Durch die Einrichtung der drei restlichen Sätze (I, V und VI) ist es nun möglich, die gesamte Lyrische Suite für Streichorchester auf Konzertbühnen aufzuführen. Die Bearbeitung ist so weit als möglich im Stile Alban Bergs erfolgt.
Aufgrund früherer Erfahrungen (durch meine Adaption von Bergs Sonate für Klavier op. 1 [1908] für Orchester im Jahre 1984) weiß ich, dass die enorme Intensität der Musik einen großen Ideenreichtum in Bezug auf Struktur und individueller Stimmenaufteilung verlangt. Auf einer wesentlich technischeren Ebene bedeutet das, dass Doppelgriffe der Quartett-Version gewöhnlich durch solo/tutti-divisi oder durch gewöhnliche Teilungen ersetzt werden. Die Beigabe einer Kontrabassstimme hat oft Konsequenzen für die anderen Stimmen.
Diese „sechs recht kurzen Sätze mit einem eher lyrischen als symphonischen Charakter“ (wie Berg es ausdrückte) sind mit einer größeren Gruppe leichter zu spielen als mit einem Streichquartett. Das Stück gewinnt an Klangfülle und struktureller Klarheit.
Theo Verbey
Die Lyrische Suite entstand 16 Jahre nach dem ersten Streichquartett. Es ist Alexander von Zemlinsky zugeeignet, aus dessen Lyrischen Symphonie zwei Zitate im vierten Satz inkludiert sind. Ein weiteres Zitat – das des Sehnsuchtsmotivs aus Wagners Tristan und Isolde – erklingt im letzten Satz des Streichquartetts.
Man könnte das Werk wie eine Beichte begreifen, das Geständnis geheim gehaltener Emotionen, Leidenschaften. Oder auch wie eine Novelle in Tönen, in sechs Kapiteln, die dem Geheimnis immer näher kommen. Der erste Satz ist noch leichtsinnig, mit Alban Bergs Bezeichnung gioviale. Der zweite bringt die Botschaft auf den Punkt: Andante amoroso; er ist eine scheue Bekenntnis der Liebe, die im zweiten und dritten Abschnitt immer leidenschaftlicher und anflehender wird. Der dritte Satz trägt die Bezeichnung Allegro misterioso, mit einem durchweg forte zu spielenden Trio estatico. Den vierten Satz charakterisiert Berg mit dem Adjektiv Adagio appassionato. Der vorletzte Satz (Presto delirando) ist schon ein starker Hinweis, dass der Liebende wenig Hoffnung auf Erfüllung hegen kann, und dieser Eindruck wird im letzten Satz, Largo desolato, bestätigt. Der Satz und das Stück verabschieden sich auf der allein gebliebenen Bratsche, die morendo aufhört zu spielen. Das Vorhandensein einer Geschichte, sowie die Intensität der Emotionen könnten Adornos Feststellung inspiriert haben, die Lyrische Suite sei eine „latente Oper.”
Bálint Varga