

Luciano Berio
Duetti per due Violini
Dauer: 70'
Instrumentierungsdetails:
1. Violine
2. Violine
Berio - Duetti per due Violini für 2 Violinen
Übersetzung, Abdrucke und mehr

Luciano Berio
Berio: Duetti für 2 ViolinenInstrumentierung: für 2 Violinen
Ausgabeart: Spielpartitur
Hörbeispiel
Werkeinführung
Jedes der Stücke trägt den Vornamen des Widmungsträgers – wie Béla (Bartók), Vinko (Globokar) oder Aldo (Bennici). Das Beiheft der 1992 erschienenen Einspielung deutet an, dass Berio vorhatte, den Zyklus fortzusetzen – es blieb jedoch bei diesem „Volume I“.
Das kürzeste Duett dauert 29 Sekunden, das längste ist 3 Minuten 56 Sekunden lang und jedes ist mit dem Entstehungsdatum und –ort versehen. Die Duetti per due violini könnten also als eine Art Musikalisches Tagebuch betrachtet werden. So werden die ersten drei Stücke an einem Tag – dem 10. November 1979 – in Radicondoli komponiert. Vier Tage später hielt sich Berio in Stockholm auf, wo er Rodion (Schtschedrin) schrieb; am Tag darauf wurden Maja (Pliseckaja) und Bruno (Maderna) komponiert. Die meisten Stücke entstanden in Radicondoli, einige auf Reisen nach Paris, Tel Aviv, Florenz oder Rom.
Luciana Galliano berichtet über die Entstehung der Reihe:
Es war der Musikwissenschaftler Leonardo Pinzauti, der seinen Freund Luciano Berio auf die Idee brachte, eine Serie kleiner Stücke zu komponieren, die Violinschülern als musikalische Hilfe allgemein, vor allem aber als Übung bei der Ausarbeitung zeitgenössischer musikalischer Ausdrucksweisen dienen konnten.
Daraufhin begann er, eine Reihe von Duetti zu schreiben, von denen einige insofern für Lernende ausgesprochen hilfreich sind, als nur eine der beiden Stimmen instrumentaltechnische Schwierigkeiten aufweist – etwa wie jenes mit dem Titel Leonardo (gemeint ist der zuvor erwähnte Pinzauti). Doch aus der Faszination mit dem Klang dieses historischen Instruments entwickelte sich die Werkreihe fast unerbittlich immer weiter von der ursprünglichen Idee weg zu einer Neuerforschung der verschiedenen Merkmale von Kompositionen für die Geige. Diese ist in dem munter-ironischen Stil gehalten, den Berio so meisterlich beherrscht, und verlangt eine immer ausgefeiltere Technik – etwa Pierre (Boulez) oder Lorin (Maazel). Da jedes der Stücke nach einer Persönlichkeit der heutigen Musikwelt (Komponist, Interpret, Musikwissenschaftler, etc.) benannt ist, stellen diese verschiedenen Experimente musikalischer Ausdrucksweise ein persönliches und ansprechendes Portrait der zeitgenössischen Musikszene dar.