

Anton Webern
Variationen
Kurz-Instrumentierung: 1 1 2 0 - 1 1 1 1 - Pk, Hf, Cel, Str
Dauer: 8'
Widmung: an Werner Reinhart
Instrumentierungsdetails:
Flöte
Oboe
Klarinette in B
Bassklarinette in B
Horn in F
Trompete in C
Posaune
Tuba
Pauken
Celesta
Harfe
Violine I
Violine II
Viola
Violoncello
Kontrabass
Webern - Variationen für Orchester
Gedruckt/Digital
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Anton Webern
Webern: Variationen für Orchester - op. 30Instrumentierung: für Orchester
Ausgabeart: Taschenpartitur
Hörbeispiel
Werkeinführung
Webern schrieb sein letztes Instrumentalwerk 1940. Die Uraufführung fand 1943 in Anwesenheit des Komponisten unter der Leitung Hermann Scherchens in Winterthur statt. Es war die letzte öffentliche Aufführung eines seiner Werke, der Webern beiwohnen durfte. Wiederum sind es Variationen, eine Form, die Weberns Verwendung der Dodekaphonie in besonderer Weise entgegenkam und ihm durch ihre relative Ungebundenheit die Verquickung mehrere Formtypen erleichterte. Sein Stil hat sich in diesem Werk neuerlich entscheidend gewandelt. Sein Orchestersatz ist „orchestraler“ geworden. So finden sich immer wieder Verdopplungen einer Melodielinie (im Einklang), die zwar durch Vermischung den spezifischen Instrumentenklang verdecken, doch wesentlich zur besseren Durchhörbarkeit der Komposition beitragen. Die Bedeutung der Harmonik ist beträchtlich gewachsen. Weite Strecken, wie die erste Variation (Takt 21 bis 55), werden von breiten Akkordflächen beherrscht. In einem Brief an Willi Reich (1941) gibt Webern eine knappe Analyse des Stückes „das im Gesamtergebnis eine Art Ouvertüre“ darstellt: „Das Thema der Variationen ... ist periodisch gedacht, hat aber ‚einleitenden’ Charakter. – Es folgen sechs Variationen ... Die erste sozusagen das Hauptthema der Ouvertüre (Andanteform) in voller Entfaltung bringend; die zweite die Überleitung, die dritte den Seitensatz, die vierte die Reprise des Hauptthemas – es ist ja eine Andanteform! – aber in durchführender Art, die fünfte, Art der Einleitung und Überleitung wiederholend, führt zur Coda: sechste Variation. Alles nun, was in dem Stück vorkommt, beruht auf den beiden Gedanken, die mit dem ersten und zweiten Takt gegeben sind (Kontrabass und Oboe)! Aber es reduziert sich noch mehr, denn die zweite Gestalt (Oboe) ist schon in sich rückläufig: die zweiten Töne sind der Krebs der ersten zwei, rhythmisch aber in Augmentation. Ihr folgt, in der Posaune, schon wieder die erste Gestalt (Kontrabass), aber in Diminution und im Krebs der Motive und Intervalle. So nämlich ist meine Reihe gebaut.“
Manfred Angerer