

Wolfgang Rihm
Verwandlung 4
Kurz-Instrumentierung: 2 2 2 2 - 4 2 3 1 - Pk, Schl(2), Str
Dauer: 16'
Instrumentierungsdetails:
kleine Flöte
Flöte
1. Oboe
2. Oboe
1. Klarinette in A
2. Klarinette in A
1. Fagott
2. Fagott
1. Horn in F
2. Horn in F
3. Horn in F
4. Horn in F
1. Trompete in C
2. Trompete in C
1. Posaune
2. Posaune
3. Posaune
Basstuba
Pauken
1. Schlagzeug
2. Schlagzeug
Violine I
Violine II
Viola
Violoncello
Kontrabass
Rihm - Verwandlung 4 für Orchester
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Wolfgang Rihm
Rihm: Verwandlung 4Instrumentierung: für Orchester
Ausgabeart: Dirigierpartitur

Wolfgang Rihm
Rihm: Verwandlung 4Instrumentierung: für Orchester
Ausgabeart: Studienpartitur (Sonderanfertigung)
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Hörbeispiel
Werkeinführung
Verwandlung 4, ein Doppelauftrag von Bamberger Symphonikern und Bonner Beethovenfest GmbH, knüpft an den Schluss von Nr. 3 an. Spätestens bei der Beschäftigung mit dem Stück wird klar, dass Name und Titel „Verwandlung“ für Rihm, wie er gesprächsweise geäußert hat, „nicht nur Synonym für Musik“ ist, sondern auch einen autobiographischen Beiklang hat. Seine sinfonische Handschrift ist es, der Metamorphosen widerfahren: Nr. 4 ist wiederum ganz anders als seine Vorläufer. Vor allem, weil Rihm sein „vegetatives“ Orchester-Wachstum mit motivisch-thematischen Verstrebungen absichert, die man wieder konstruktivistisch nennen darf: die heftigen, auftaktigen, durch Generalpausen getrennten Orchesterschläge des Beginns durchsetzen als Impulsgeber den gesamten Satz, sind „Movens“ einer sinfonischen Entwicklung, die immer wieder auf das Intervall „reine Quinte“ zurückgreift. Das d – a der Flöte (ab Takt 27) wird immer wieder Ausgangspunkt langer Steigerungen, wobei erlauchte d-moll-Anfänge anklingen– Beethovens und Bruckners neunte Sinfonien etwa. Und wenn als Signum von Schock und Krise nicht mehr schwer dissonante Clusters sondern a-moll- und f-moll-Dreiklänge auftauchen, wäre zu konstatieren, dass Rihm ein kompositorisches Stadium erreicht hat, in dem Kategorien wie Fort- oder Rückschritt, Avantgarde, Postmoderne etc. ihre Anwendbarkeit auf seine Arbeit gänzlich eingebüßt haben.
Rainer Peters