
Boris Blacher
Romeo und Julia
Dauer: 65'
Dichter der Textvorlage: William Shakespeare
Text bearbeitet von: Boris Blacher
Chor: SATB (2- oder 3-fach besetzt)
Rollen:
Romeo
Tenor / Julia
Sopran / Lady Capulet
Alt / Die Amme
Alt / Capulet
Baß / Tybalt
Tenor / Benvolio
Baß / Peter
Sopran oder Tenor / 3 männliche Sprechrollen
Instrumentierungsdetails:
Fl., Fg. - Trp. - Klav. - Streichquintett
Boris Blachers Kammeroper Romeo und Julia zeichnet sich musikalisch durch äußerste Sparsamkeit der verwendeten instrumentalen Mittel und durch die Kunst des Weglassens aus. Die textliche Grundlage bilden mehrere Szenen der Shakespeare Übersetzung von August Wilhelm Schlegel, wobei Blacher das Drama nicht veränderte, allerdings auf das tragische Geschehen der Romeo-und-Julia-Handlung verdichtete und konzentrierte. Nebensächliches wurde konsequent ausgeklammert. Die Singstimmen sind dem Kammerstil gemäß in einem freien Erzählton geführt, der sowohl expressiv gesteigert, als auch lyrisch verhalten erscheinen kann. Blacher streut allerdings auch eine Reihe unsentimentaler deutscher Kabarett-Chansons ein, die – der Zeit seines Entstehens geschuldet, er komponierte das Werk 1943/44 – nicht von Sentimentalitäten geprägt sind, sondern vom Untergang (diese Chansons wurden allerdings bei der Uraufführung 1950 bei den Salzburger Festspielen weggelassen!). Es geht Blacher nicht um die große Erzählung, sondern um die Vereinsamung seiner Figuren. Eine wichtige Funktion übernimmt dabei der harmonisch und rhythmisch sehr kühn angelegte Solistenchor. Er kommentiert und gestaltet die Handlung mit, er übernimmt im Wechselgespräch die Rolle mehrerer shakespearescher Figuren und lenkt die Aufmerksamkeit immer wieder auf das Schicksal des Liebespaars.
Es bietet sich an, die Kammeroper entweder auf Deutsch oder auf Englisch aufzuführen. Grundlage für das von Blacher verfasste Libretto waren die deutschen Shakespeare-Übersetzungen von Schlegel, bzw. der originale englische Text von Shakespeare.
Synopsis: Romeo und Julia lernen sich auf einem Ball kennen, verbringen die Nacht auf dem Balkon miteinander und heiraten am nächsten Morgen heimlich. Die Familienintrigen ihrer Elternhäuser führen schließlich zum schicksalhaften, tragischen Ende.