

Giacomo Meyerbeer
Braut-Geleite aus der Heimath
Dauer: 5'
Chor: gemischter Chor
Braut-Geleite aus der Heimath
Übersetzung, Abdrucke und mehr

Giacomo Meyerbeer
gemischter Chor (Braut-Geleite aus der Heimath)Ausgabeart: Chorpartitur
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Werkeinführung
Giacomo Meyerbeers vergessene Schätze
Eine Edition von Musikern für Musiker
Leitung: Andrea Chudak
Notenmaterial: Max Doehlemann
„Braut-Geleite aus der Heimath“ ist ein Lied für gemischten Chor, das Giacomo Meyerbeer vom 22. bis 24. Juni 1856 komponierte anlässlich der Vermählung des Großherzogs Friedrich Wilhelm Ludwig von Baden mit der Prinzessin Luise von Preußen. Als Textgrundlage fungierte das Gedicht „Holder Liebesstern“ von Ludwig Rellstab (1799-1860). Seine Komposition trug Meyerbeer am 07. Juli 1856 als Abschrift ein in das für die Vermählung bestimmte Album und übergab es dem für die Musik zur Feierlichkeit zuständigen Heinrich Ludwig Egmont Dorn, dem Kapellmeister der Königlichen Schauspiele und Nachfolger Otto Nicolais. Aufgrund der Vielzahl von eingegangenen Kompositionen kam es jedoch bei der Hochzeitsfeier, die am 20. September 1856 stattfand, nicht zur Aufführung. Diese erfolgte später im Rahmen eines Hofkonzertes durch den Domchor in Anwesenheit des Königspaares und der Königin der Niederlande am 19. November 1856. In der Konzertpause soll es angeregte Unterhaltungen der Majestäten mit dem Komponisten gegeben haben. Meyerbeers Stück wurde jedoch erst nach der Pause gegeben, so dass der Komponist laut seinem Tagebuch nicht mehr erfuhr, wie es vom König aufgenommen wurde.
„Braut-Geleite aus der Heimath“ wurde noch im Jahr der Komposition im Berliner Verlag Bote & Bock verlegt. Mit einer französischen Übersetzung des Dichters Emile Deschamps erschien es 1857 als „Adieu aux jeunes mariés“ bei Brandus, Paris. Der englische Verleger Duncan Davison veröffentlichte es unter dem Titel „This House To Love Is Holy“ in einer Übersetzung von John Oxenfort. Sowohl die französische als auch die englische Ausgabe wurden mit einer Widmung für Madame P. Millaud herausgegeben - es kann sich dabei nur um die Frau des französischen Bankiers, Schriftstellers, Journalisten und Zeitungsverlegers Moise Polydore Millaud handeln*.
Der gemischte Chor ist in vier Frauen- und vier Mannerstimmen notiert, wobei sich die einzelnen Stimmgruppen oft noch teilen.
Dieses Werk galt als verschollen.
*Die franzosische und englische Version bringen wir als eigenstandige Notenausgabe heraus.