

Giacomo Meyerbeer
Mirza-Schaffy an Suleika.
Dauer: 3'
Solisten:
piano
high voice
Mirza-Schaffy an Suleika.
Übersetzung, Abdrucke und mehr

Giacomo Meyerbeer
Hohe Stimme (Mirza-Schaffy an Suleika.)Ausgabeart: Solostimme(n)

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Werkeinführung
Hohe Stimme und Klavier
1851 veröffentlichte der deutsche Schriftsteller und Theaterintendant Friedrich von Bodenstedt (1819-1892) „Die Lieder des Mirza-Schaffy“. Die Gedichtsammlung ist ein literarisches Denkmal für den tartarischen Dichter und Gelehrten Mirza Schaffy-Wazeh. Bei ausgedehnten Reisen und Aufenthalten Bodenstedts in Russland und der Kaukasusregion hatte er Mirza Schaffy in Tiflis (Georgien) kennengelernt und zeitweilig als seinen Lehrmeister betrachtet. Die Gedichtsammlung idealisiert die Weisheit des Orients anhand des Namensgebers und steht in gewisser Weise auch in der Tradition von Goethes „West-östlichem Divan“. Bodenstedts „Lieder“ wurden außergewöhnlich erfolgreich, sie erlangten enorme Popularität in Deutschland und darüber hinaus. Abschnitte daraus wurden von etlichen Komponisten des 19. Jahrhunderts vertont - wie etwa Anton Rubinstein, Heinrich Marschner, Louis Spohr, Franz Liszt oder Franz Abt.
Meyerbeer vertonte 1860 das zwölfte Gedicht der Zuléikha - „Die helle Sonne leuchte“. Als Textvorlage diente ihm seine eigenhändige Abschrift des Gedichts, was zu kleinen Abweichungen gegenüber dem Original führte. In Meyerbeers Tagebuch wird erwähnt, wie er durch das Schreiben des Liedes nach drei Monaten Schaffenspause in Berlin wieder in eine „musikalische Stimmung“ kam – das Werk entstand im Laufe des 11. und 12. April. Am Tag darauf sandte er die fertige Partitur zur Veröffentlichung nach Dresden. Das Stück war gedacht als Beitrag zum "Weber-Album“ der Allgemeinen deutschen National-Lotterie, aus dessen Erlösen zum Jahresende ein Denkmal für Carl Maria von Weber in Dresden errichtet werden sollte (mit Weber war Meyerbeer freundschaftlich eng verbunden).
Dieses Lied galt als verschollen. Der Fund ist dem Vorsitzenden der in Berlin ansässigen Internationalen Giacomo-Meyerbeer-Gesellschaft e.V., Thomas Kliche zu verdanken.