

Jan Emanuel Abras
The song of Anna O.
Dauer: 6'
Solisten:
mezzo-soprano
Instrumentierungsdetails:
kleine Klarinette in Es
Trompete in C
Marimbaphon
Klavier
Violine
Violoncello
The song of Anna O.
Übersetzung, Abdrucke und mehr


Jan Emanuel Abras
Kleine Klarinette in Es (The song of Anna O.)Ausgabeart: Stimme

Jan Emanuel Abras
Marimbaphon (The song of Anna O.)Ausgabeart: Stimme

Jan Emanuel Abras
Mezzosopran (The song of Anna O.)Ausgabeart: Solostimme(n)



Jan Emanuel Abras
Trompete in C (The song of Anna O.)Ausgabeart: Stimme


Jan Emanuel Abras
Violoncello (The song of Anna O.)Ausgabeart: Stimme
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Werkeinführung
The song of Anna O. (2005) schildert die psychologische Welt dieser Patientin von Josef Breuer in einem tranceartigen Werk für Mezzosopran und Kammerensemble. Als das Ensemble Aleph aus Paris eine Ausschreibung für das 4. Internationale Forum für junge Komponisten veröffentlichte, erinnerte ich mich an meine Zeit als Student an der mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (bei Kurt Schwertsik, Leopold Hager, Ingomar Rainer, etc.). Diese Tatsache sowie mein wissenschaftliches Interesse an der Wiener Psychoanalytischen Gesellschaft und meine künstlerische Begeisterung für algorithmische Komposition führten zur Konzeption meiner Werke The song of Anna O., die im Rahmen einer eingeladenen Kreationsresidenz für das oben genannte Forum ausgewählt wurde.
Bertha Pappenheim (1859-1936), bekannt als Anna O., wurde von Josef Breuer (1842-1925), dem Arzt, der zusammen mit Sigmund Freud in der Gründungsphase der Psychoanalyse Studien zur Hysterie schrieb, mit einer kathartischen Therapie behandelt. Mein Werk The song of Anna O. schildert in einem Spiel der Gegensätze ihren doppelten Bewusstseinszustand (sie litt unter Halluzinationen, Lähmungen, Sprachstörungen usw.) und ihre Interaktion mit Dr. Breuer. In diesem Stück, das im Bereich der klassischen Musik angesiedelt ist und die Tradition der Zweiten Wiener Schule mit Elementen der algorithmischen Komposition verbindet, evozieren die Attribute der musikalischen Töne einen halluzinationsähnlichen Zustand durch ein hochintensives Kontinuum, das immer ähnlich und doch anders ist und improvisierte Abschnitte enthält.
In Studien über Hysterie, dem Text, den ich in meinem Werk The song of Anna O. zitiert habe, schreibt Breuer: "Sie [Anna O.] gerieth in einen Zustand von Wachträumen und sah, wie [...] eine schwarze Schlange sich dem Kranken näherte, um ihn zu beissen. [...] Sie [...] war aber wie gelähmt; [...] verwandelten sich die Finger in kleine Schlangen mit Todtenköpfen [...]. Als diese geschwunden war, wollte sie in ihrer Angst beten, aber jede Sprache versagte, [...] bis sie endlich einen englischen Kindervers fand und nun auch in dieser Sprache fortdenken und beten konnte. // Der Pfiff der Locomotive, die den erwarteten Arzt brachte, unter brach den Spuk". [Josef Breuer, "Beobachtung I. Frl. Anna 0 . . . (Breuer)", in Studien über Hysterie (Leipzig und Wien: Franz Deuticke, 1895), 30].
Mein Werk The song of Anna O. wurde vom Ensemble Aleph aus Paris für das 4. Internationale Forum für junge Komponisten (Programm Kultur 2000 der Europäischen Kommission) ausgewählt. Nachdem das Ensemble Aleph mein Stück einstudiert und in Hellerau - Europäisches Zentrum der Künste (Deutschland) präsentiert hatte, wurde es am 6. September 2006 während der Gaudeamus-Musikwoche im Bimhuis - Muziekgebouw aan 't IJ (Niederlande) von dieser Gruppe uraufgeführt. Dieses dem Ensemble Aleph gewidmete Werk wurde auch bei anderen Festivals wie dem Festival MANCA (Frankreich), Time of Music (Finnland) usw. programmiert und in Städten wie Paris, Nizza, Carcassonne (Frankreich), Dresden (Deutschland), Viitasaari (Finnland) usw. aufgeführt. The song of Anna O. wurde auf der CD 4e Forum International des Jeunes Compositeurs (2006) aufgenommen, die vom Ensemble Aleph in Frankreich aufgeführt und veröffentlicht wurde.
Dr. Jan Emanuel Abras, Ph.D. (geboren am 1. Februar 1975 in Stockholm, Schweden)