

Michael Wahlmüller
Boskett
Dauer: 13'
Instrumentierungsdetails:
Tenor-Blockflöte
Violine I
Violine II
Viola
Violoncello
Boskett
Übersetzung, Abdrucke und mehr

Michael Wahlmüller
BoskettInstrumentierung: für Tenorblockflöte und Streichquartett
Ausgabeart: Dirigierpartitur





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Werkeinführung
Das Stück „Boskett für Tenorblockflöte und Streichquartett“ entstand in den frühen, ersten Tagen des Jahres 2014. Den Wunsch der Interpreten einbeziehend, sollte die Komposition an eine barocke Form oder Idee anknüpfen. Diese Vorgabe wurde im Titel und der kompositorischen Struktur folgendermaßen berücksichtigt:
Boskett (französisch le bosquet „Wäldchen“, „Gehölz“ oder „Dickicht“) meint im außermusikalischen Sinn eine spezielle und aufwändig gestaltete Art der barocken Gartenkunst. Diese Boskette gehören, schematisch gesehen, zum Aufbau fast aller Barockgärten. Ein Boskett ist ein „Lustwäldchen“ innerhalb eines ganz geometrisch und somit vollkommen artifiziell gestalteten barocken Gartens. Boskette wurden wie die Innenräume im Sinne eines „erweiterten Innenraumes“ genutzt und dienten auch als Aufführungsort von Konzerten, Schauspielen oder den damals üblichen anderen Vergnügungen.
Das Barockzeitalter (barocco: portugiesisch für „schiefrunde Perle“) ist ästethisch gesehen bemüht, jede künstlerische Äußerung oder Regung „artifiziell“ zu machen. Die unbearbeitete Natur an sich ist uninteressant, noch lange keine Kunst. Darin äußerst sich eine Einstellung zur Kunst, in der ich mich – wenn auch mit anderen Vorzeichen – auch im Zeitalter der omnipotenten Kommunikation, des Pluralismus und der Globalisierung wiederfinde. Synchron und asynchron zu einander stehende musikalische Ebenen werden in meiner Komposition zu einer eigenen Art von Architektur. Diese musikalische Arichektur ist so wie ein Boskett aber eine individuelle Art, mit dem Material umzugehen; eben: individuelle Künstlichkeit, die emotional und kognitiv zugleich strukturiert sein will ohne dabei nur ein Stimmungsbild oder gar direktes Programm zu sein.