
*25. Juli 1883
†5. März 1947
Alfredo Casella wurde am 25. Juli 1883 in Turin geboren und studierte bei Gabriel Fauré in Paris. 1912 übernahm er eine Klavierklasse am Pariser Conservatoire und die Leitung der Concerts Populaires du Trocadéro.
Bei seiner Rückkehr 1915 nach Italien war er bereits ein ausgereifter Komponist, der sich der zeitgenössischen Musik sehr verpflichtet fühlte. Als Professor an der Accademia di Santa Cecilia in Rom wurde Casella einer der führenden Köpfe der modernen Bewegung. Das Orchesterwerk Italia (1909), inspiriert durch das Vorbild von Ravel und Albéniz, errang internationalen Erfolg.
Ausgelöst durch die Uraufführung von Strwinskys „Le Sacre du printemps“, vollzieht sich eine radikale Wende in Casellas Denken. Die neuen Leitbilder sind nun Strawinsky, Schönberg und Bartók, erkennbar in der Elegia eroica, dem Andenken der im Ersten Weltkrieg Gefallenen gewidmet. Ein überaus expressives Werk. Später wandte er sich einem neoklassizistischen Stil zu, indem er sich das 18. Jahrhundert zum Vorbild nahm.
Casella verfasste außerdem eine große Anzahl musikwissenschaftlicher Bücher und gilt als einer der großen Anreger der jungen italienischen Komponistengeneration. Er war als Musikkorrespondent für französische, deutsche und amerikanische Zeitschriften tätig und reiste als Pianist, Dirigent und Gastdozent durch Europa und Amerika.
„Casella hat uns gelehrt, die Augen offen zu halten, und er hat uns gelehrt, dass politische Grenzen wenig oder gar nichts mit Kunst zu tun haben“, rühmte ihn Luigi Dallapiccola. Darüber hinaus war er ein Vertrauter von Gustav Mahler, der ihn als Menschen und Kollegen schätzte.
Alfredo Casella starb am 5. März 1947 in Rom.
Wolfgang Schaufler